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Sicherheit
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Sicherheit

LAWINENKUNDE FÜR FREERIDER

Informationen über den Schneedeckenaufbau

Bei Schneefall mit Wind, setzt sich der neue Schnee sehr unregelmäßig nieder. Dadurch entstehen in einem Hang Flächen, wo die Schneedecke ihr eigenes Gewicht nicht tragen kann. Das Gewicht der Schneemassen kann Spannungen verursachen, die viel größer sind als die Haftung zwischen den Schneeschichten. An den schwächsten Stellen (Hotspots) löst sich dann ein Schneebrett und gleitet als Lawine ab. Der Abriss kann auch weit höher wie der verursachenden Skifahrer sein, oder quer durch den Hang gehen.

Um die Gefahr möglicher Schneebretter beurteilen zu können, wird ein theoretisches Grundverständnis über die Schneedecke, also auch die Erfahrung, an Windgängen (durch den Wind erzeugte Schneeablagerungen, Schneeformen (Rinnen, Anraum, ..) die Entwicklung der Schneeverfrachtung zu erkennen, benötigt.

Als weiterer Punkt ist das Kriechen einer Schneedecke mit zu beurteilen. Sobald sich die Schneekristalle in der Schneedecke setzen, d.h. durch die abbauende Umwandlung und die Schmelzumwandlung, bewegen sich die Schneekristalle minimalst hangabwärts. Dieses Kriechen erfolgt mit unterschiedlicher Geschwindigkeit. Die obere Schicht ist schneller, weiter unten langsamer. Das erzeugt in Kombination mit dem Gewicht weiter Spannungsfelder und -linien in der Schneedecke - in den verschiedenen Schneeschichten, die mehr oder weniger gut verbunden oder latent übereinander geschichtet liegen.                  

Eine 100%-ige Sicherheit beim Freeriden ist nie gegeben, deshalb gilt es die folgenden wichtigen Punkte zu beachten, zusätzlich zum Gebrauch und der Verwendung der Sicherheitsausrüstung:

  • Informationen von lokalen Freeriden über den Schneedeckenaufbau und das Wetter der letzten Wochen einholen.
  • Lokalen Lawinenbericht lessen
  • Schneeprofil graben – gibt am meisten Auskunft über den Aufbau der Schneedecke
  • Beobachten, der durch Wind entstandenen Schneeverfrachtungen
  • Gelände-Wahl bei der Abfahrt (Lee/Luv-Seitig, Rinnen oder Rücken)

Sicherheitsausrüstung:

  • LVS 
  • Sonde, Schaufel
  • Helm
  • Rucksack mit Airbag
  • Rückenprotektor

DIE 10 FIS VERHALTENSREGELN AUF DER PISTE

1. Rücksichtnahme auf die anderen Skifahrer und Snowboarder

Jeder Skifahrer und Snowboarder muss sich so verhalten, dass er keinen anderen gefährdet oder schädigt.

2. Beherrschung der Geschwindigkeit und der Fahrweise

Jeder Skifahrer und Snowboarder muss auf Sicht fahren. Er muss seine Geschwindigkeit und seine Fahrweise seinem Können und den Gelände-, Schnee- und Witterungsverhältnissen sowie der Verkehrsdichte anpassen.

3. Wahl der Fahrspur

Der von hinten kommende Skifahrer und Snowboarder muss seine Fahrspur so wählen, dass er vor ihm fahrende Skifahrer und Snowboarder nicht gefährdet.

4. Überholen

Überholt werden darf von oben oder unten, von rechts oder von links, aber immer nur mit einem Abstand, der dem überholten Skifahrer oder Snowboarder für alle seine Bewegungen genügend Raum lässt.

5. Einfahren, Anfahren und hangaufwärts Fahren

Jeder Skifahrer und Snowboarder, der in eine Abfahrt einfahren, nach einem Halt wieder anfahren oder hangaufwärts schwingen oder fahren will, muss sich nach oben und unten vergewissern, dass er dies ohne Gefahr für sich und andere tun kann.

6. Anhalten

Jeder Skifahrer und Snowboarder muss es vermeiden, sich ohne Not an engen oder unübersichtlichen Stellen einer Abfahrt aufzuhalten. Ein gestürzter Skifahrer oder Snowboarder muss eine solche Stelle so schnell wie möglich freimachen.

7. Aufstieg und Abstieg

Ein Skifahrer oder Snowboarder, der aufsteigt oder zu Fuß absteigt, muss den Rand der Abfahrt benutzen.

8. Beachten der Zeichen

Jeder Skifahrer und Snowboarder muss die Markierung und die Signalisation beachten.

9. Hilfeleistung

Bei Unfällen ist jeder Skifahrer und Snowboarder zur Hilfeleistung verpflichtet.

10. Ausweispflicht

Jeder Skifahrer und Snowboarder, ob Zeuge oder Beteiligter, ob verantwortlich oder nicht, muss im Falle eines Unfalles seine Personalien angeben